Bildquelle: "sannewanne", Flickr

In Berlin hat heute der Schulalltag begonnen – Anlass für eine Reflexion zur aktuellen Schuldebatte. Dieser Artikel erscheint in verkürzter Form auch im kommenden Juliversum.

Es gibt eine Geschichte, die beginnt so: Das Lügen wurde nie erfunden, die ganze Welt ist ehrlich bis aufs Mark. Und damit auch brutal. Schon Kinder werden als Versager oder Sieger klassifiziert, Makel tragen sie nicht nur mit sich herum, sie werden auch ständig darauf angesprochen. „Ich liebe dich zwar, wünschte aber eine klügere Tochter zur Welt gebracht zu haben“, könnte die Mutter ihrer fünfjährigen, etwas tollpatschigen Tochter an den Kopf werfen. Einfach so. Weil es ihr gerade in den Sinn kam. Das Innerste wird nach außen gekehrt, und gerade deshalb bleibt kein Platz zum Menschsein: Man ist gemein zueinander und findet sich damit ab.

Die Schule ist ein ähnlicher Ort. Von Beginn an gibt es die „Guten“ und die „Schwächeren“, die „Braven“ und die „Chaotischen“. Noten sind die Key Performance Indicators, der Betrieb Schule steuert damit, was mit den Kindern geschieht: Die einen werden mit zehn oder zwölf in die Hauptschule abgeschoben, die anderen dürfen schon mal vom unbeschwerten Studentenleben träumen.

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21.15 Uhr: Es ist vollbracht.

Die zwölfstündige Schlacht ist vorbei, wir haben einen neuen Präsidenten: Christian Wulff.
Im Überblick:
1242 Stimmen
2 ungültig, 121 Enthaltungen
494 Joachim Gauck
625 Christian Wulff

19.35 Uhr: Der dritte Wahlgang ist eröffnet – ohne Jochimsen

Die Linke gibt endlich eine Marschrichtung vor: Die eigenen Delegierten sollen sich enthalten, Luc Jochimsen tritt nicht erneut an. Das würde Wulff helfen. Aber die langen Diskussionen lassen vermuten, dass die Reihen nicht geschlossen sind. Unterdessen ist ein Novum bekanntgegeben: Auch während des Wahlgangs darf gegessen werden.

19.25 Uhr: Die Linke lässt auf sich warten.

Der dritte Wahlgang hat noch nicht begonnen, die Linke muss sich weiterhin beraten. Ihr Alternativvorschlag Klaus Töpfer, ein CDU-Mann, fand bei der SPD keinen Zuspruch.

17.15 Uhr: Doch mehr als ein Denkzettel für Schwarz-Gelb?

Wie ist dieses Ergebnis zu interpretieren? Läuteten mit Verkündung der Ergebnisse schon die Totenglocken der Koalition? Oder sind die Mitglieder der Bundesversammlung doch so unabhängig in der Entscheidung geblieben, wie es §7 BPräsWahlG vorsieht? Zur Zeit weiß es niemand. Klar ist nur: Für Wulff wird es reichen, es sei denn, die Linke springt über ihren Stasi-Schatten und spricht sich für Gauck aus. Das würden viele als starkes Signal für Rot-Rot-Grün interpretieren. Wahrscheinlich ist es jedoch nicht.

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