21.15 Uhr: Es ist vollbracht.
Die zwölfstündige Schlacht ist vorbei, wir haben einen neuen Präsidenten: Christian Wulff.
Im Überblick:
1242 Stimmen
2 ungültig, 121 Enthaltungen
494 Joachim Gauck
625 Christian Wulff
19.35 Uhr: Der dritte Wahlgang ist eröffnet – ohne Jochimsen
Die Linke gibt endlich eine Marschrichtung vor: Die eigenen Delegierten sollen sich enthalten, Luc Jochimsen tritt nicht erneut an. Das würde Wulff helfen. Aber die langen Diskussionen lassen vermuten, dass die Reihen nicht geschlossen sind. Unterdessen ist ein Novum bekanntgegeben: Auch während des Wahlgangs darf gegessen werden.
19.25 Uhr: Die Linke lässt auf sich warten.
Der dritte Wahlgang hat noch nicht begonnen, die Linke muss sich weiterhin beraten. Ihr Alternativvorschlag Klaus Töpfer, ein CDU-Mann, fand bei der SPD keinen Zuspruch.
17.15 Uhr: Doch mehr als ein Denkzettel für Schwarz-Gelb?
Wie ist dieses Ergebnis zu interpretieren? Läuteten mit Verkündung der Ergebnisse schon die Totenglocken der Koalition? Oder sind die Mitglieder der Bundesversammlung doch so unabhängig in der Entscheidung geblieben, wie es §7 BPräsWahlG vorsieht? Zur Zeit weiß es niemand. Klar ist nur: Für Wulff wird es reichen, es sei denn, die Linke springt über ihren Stasi-Schatten und spricht sich für Gauck aus. Das würden viele als starkes Signal für Rot-Rot-Grün interpretieren. Wahrscheinlich ist es jedoch nicht.
17.05 Uhr: Für Wulff hat es wieder nicht gereicht!
Also wird es einen dritten Wahlgang geben: Christian Wulff konnte sich auf 615 Stimmen verbessern, Gauck hat neun Stimmen auf nun 490 verloren. Zum dritten Mal in 60 Jahren Bundesrepublik (Heinemann und Herzog zuvor) geht es in die letzte Runde. Spannend wird es jetzt zu beobachten, wie sich die Linke verhalten wird. Verhilft sie Wulff zum Wahlsieg? In der Übersicht:
1.239 abgegebe Stimmen
1 ungültige, 7 Enthaltungen
490 für Joachim Gauck
123 für Luc Jochimsen
3 für Frank Rennicke
615 für Christian Wulff
Weiter geht es gegen 18.15 Uhr.
15.05 Uhr: In 10 Minuten geht’s in den zweiten Wahlgang.
Zerfällt die Koalition, falls Wulff auch dieses Mal scheitert? Wohl eher nicht. Dennoch wird es wieder spannend: Bekommt manch einer kalte Füße, oder gelingt Joachim Gauck doch der ganz große Coup?
14.50 Uhr: Luc Jochimsen kandidiert auch im zweiten Wahlgang.
Nach kurzer Beratung legt sich die Linke fest: Ihre Kandidatin Luc Jochimsen tritt noch einmal an. Für einen möglichen dritten Wahlgang sei ein Schwenk auf Gauck möglich, so Parteivorsitzender Klaus Ernst.
14.37 Uhr: Guido Westerwelle tritt vor die Presse.
Guido Westerwelle bekundet die geschlossene Unterstützung der FDP-Fraktion für Christian Wulff. Ist das glaubhaft? Sind damit auch die Entsandten aus den Ländern gemeint?
14.30 Uhr: Woran lag’s? Erste Erklärungsversuche.
Christian Wulff verpasste die absolute Mehrheit, Luc Jochimsen erhielt zwei Stimmen aus anderen Parteien, es gab 13 Enthaltungen. Wie ist dies zu erklären? Die Experten vermuten, dass dies als Denkzettel für die Regierungskoalition gewertet werden muss. Der zweite Wahlgang wird es zeigen: Verpasst Wulff auch hier die absolute Mehrheit, muss mehr dahinterstecken als stiller Protest.
14.15 Uhr: Nur 600 Stimmen für Wulff, zweiter Wahlgang nötig!
Überraschung nach dem ersten Durchlauf zur Wahl des Bundespräsidenten: Christian Wulff hat die absolute Mehrheit verpasst und nur 600 Stimmen errungen. Damit verweigerten ihm 44 Wahlfrauen und Wahlmänner aus den Regierungsreihen die Stimme. Joachim Gauck hingegen konnte mit 499 Stimmen 35 Stimmen mehr auf sich vereinen, als SPD und Grüne insgesamt haben. In der Übersicht:
1.242 abgegebe Stimmen
1 ungültige, 13 Enthaltungen
499 für Joachim Gauck
126 für Luc Jochimsen
3 für Frank Rennicke
600 für Christian Wulff
Der zweite Wahlgang startet um 15:00 Uhr.
13.55 Uhr: Mit Twitter im Rauschzustand.
Das Grundrauschen im Web ist unüberhörbar: Auf Twitter werden diverse Ergebnisse vermeldet. Mal liegt Wulff knapp vorne, mal kommt er nur auf 595 Stimmen (Gauck: 529), was nicht reichen würde. Vor einem Jahr sorgte MdB @JuliaKloeckner mit der Vorab-Veröffentlichhung der Zahlen für “Twittergate”.
12.30 Uhr: Der Wahlgang ist eröffnet!
Nach gemeinsamem Gottesdienst und Einweisung in die Wahlregeln beginnt nun der erste Wahlgang. Nacheinander werden die Wahlfrauen und -männer zur Abgabe ihres Votums aufgerufen. Dies wird etwa eine Stunde dauern, die Auszählung weitere 40 Minuten.

